VMware Tools unter Debian/Ubuntu installieren
VMware Tools verbessern die Performance und Integration von Linux-Gästen in VMware-Umgebungen erheblich – bessere Grafikunterstützung, bidirektionale Zwischenablage, automatische Bildschirmanpassung und präzise Zeitsynchronisation. Die Installation erfordert einige Vorbereitungen, da Build-Tools und Kernel-Header vorhanden sein müssen.
Voraussetzungen installieren
Vor der eigentlichen VMware-Tools-Installation müssen alle notwendigen Build-Abhängigkeiten vorhanden sein. Zuerst das System aktualisieren und die benötigten Pakete installieren:
apt-get update
apt-get install -y libx11-6 libx11-dev libxtst6 xinetd wget
Dann die Build-Tools und Kernel-Header installieren – diese sind essenziell, damit das VMware-Tools-Installationsskript die Kernel-Module kompilieren kann:
apt-get install -y autoconf automake binutils cpp gcc linux-headers-$(uname -r) make psmisc
apt-get install -y build-essential
Das Argument $(uname -r) fügt automatisch die laufende Kernel-Version ein, sodass die passenden Header installiert werden. Dieser Schritt ist kritisch – ohne die richtigen Header-Versionen schlägt die Kompilierung der VMware-Kernel-Module fehl.
VMware Tools ISO einbinden
In VMware vSphere, Workstation oder Player das VMware-Tools-ISO einbinden:
– In VMware vSphere Client: Rechtsklick auf VM → Guest OS → Install VMware Tools.
– In VMware Workstation: Menü VM → Install VMware Tools.
Das ISO wird als CD-ROM im Gastsystem eingehängt. Das Laufwerk mounten und die Tools-Archive extrahieren:
# CD-ROM mounten (falls nicht automatisch geschehen)
mount /dev/cdrom /mnt/cdrom
# Ins temporäre Verzeichnis wechseln
cd /tmp
# VMware Tools extrahieren
tar -zxf /mnt/cdrom/VMwareTools-*.tar.gz
# Ins extrahierte Verzeichnis wechseln
cd vmware-tools-distrib
VMware Tools installieren
Das Installations-Script ausführen:
./vmware-install.pl
Das Script fragt interaktiv nach Installationspfaden. Für eine automatische Installation mit Standardwerten:
./vmware-install.pl --default
VMware Tools neu konfigurieren
Nach einem Kernel-Update oder bei Problemen mit den Tools müssen diese neu konfiguriert und die Kernel-Module neu kompiliert werden:
vmware-config-tools.pl --default
Dieser Befehl erkennt den aktuellen Kernel, kompiliert die Module neu und startet die VMware-Services neu. Nach einem Kernel-Update immer zuerst die Kernel-Header des neuen Kernels installieren:
apt-get install -y linux-headers-$(uname -r)
vmware-config-tools.pl --default
Open VM Tools – die moderne Alternative
Seit einigen Jahren empfiehlt VMware selbst die Verwendung von Open VM Tools (open-vm-tools), die direkt in den Paketquellen der meisten Linux-Distributionen verfügbar sind und keine manuelle Kompilierung erfordern:
# Für Server ohne GUI
apt-get install -y open-vm-tools
# Für Desktop-Systeme mit X11
apt-get install -y open-vm-tools-desktop
Open VM Tools werden mit dem Paketmanager aktualisiert und sind bei modernen VMware-Umgebungen (ESXi 5.5+) die empfohlene Lösung. Die manuelle Installation über das ISO ist hauptsächlich für ältere Umgebungen oder spezielle Anforderungen relevant.


