OpenVPN installieren und verwalten – Anleitung für Linux-Server
Ein eigener VPN-Server gibt vollständige Kontrolle über den Netzwerkverkehr und ermöglicht sicheren Fernzugriff auf Heimnetz oder Firmennetz. Mit dem openvpn-install-Script von Nyr lässt sich ein vollständig funktionsfähiger OpenVPN-Server in wenigen Minuten aufsetzen – inklusive Zertifikatsverwaltung.
Voraussetzungen
Das Script unterstützt Debian, Ubuntu, CentOS, Fedora, Arch Linux und verwandte Distributionen. Benötigt wird Root-Zugriff (oder sudo) sowie eine öffentliche IP-Adresse oder ein DynDNS-Hostname. Das Script installiert alle erforderlichen Pakete automatisch.
Installation: OpenVPN-Script herunterladen und ausführen
Als Root-Benutzer das Installations-Script herunterladen und ausführen:
wget https://git.io/vpn -O openvpn-install.sh
chmod +x openvpn-install.sh
bash openvpn-install.sh
Das Script erkennt automatisch die öffentliche IP-Adresse des Servers und fragt interaktiv nach:
– IP-Adresse oder Hostname: Die öffentliche IP oder ein DynDNS-Name.
– Protokoll: UDP (empfohlen, schneller) oder TCP (für restriktive Firewalls).
– Port: Standard ist 1194, kann geändert werden.
– DNS-Server: Welche DNS-Server die VPN-Clients verwenden sollen (z.B. Cloudflare 1.1.1.1).
– Erster Client-Name: Name für die erste Client-Konfigurationsdatei.
Nach der Installation erstellt das Script eine .ovpn-Datei im Home-Verzeichnis, die direkt in jeden OpenVPN-Client importiert werden kann.
Neuen VPN-Benutzer hinzufügen
Um einen weiteren Client anzulegen, das Script erneut als Root ausführen:
bash openvpn-install.sh
Das Script erkennt, dass OpenVPN bereits installiert ist, und bietet ein Verwaltungsmenü an:
OpenVPN ist bereits installiert.
Was möchten Sie tun?
1) Einen neuen Benutzer hinzufügen
2) Einen vorhandenen Benutzer widerrufen
3) OpenVPN entfernen
4) Beenden
Auswahl: 1
Option 1 wählen, einen Namen für den neuen Client eingeben, und das Script erstellt eine neue .ovpn-Datei mit eigenem Zertifikat.
Benutzer widerrufen (Revoke)
Wenn ein Gerät verloren geht oder ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, muss der VPN-Zugang sofort gesperrt werden. Das Script erledigt auch das:
bash openvpn-install.sh
# Option 2 wählen: "Einen vorhandenen Benutzer widerrufen"
Das Script zeigt alle vorhandenen Clients an. Nach der Auswahl wird das Zertifikat widerrufen und der Benutzer kann sich nicht mehr verbinden – ohne dass andere Clients neu konfiguriert werden müssen.
OpenVPN-Dienst verwalten
Auf Systemen mit systemd lässt sich der OpenVPN-Dienst wie folgt steuern:
# Status prüfen
systemctl status openvpn-server@server
# Dienst neu starten
systemctl restart openvpn-server@server
# Verbundene Clients anzeigen
cat /var/log/openvpn/status.log
Firewall-Konfiguration
Das Script konfiguriert automatisch iptables-Regeln für NAT und Port-Forwarding. Zusätzlich muss der VPN-Port in der Server-Firewall freigegeben sein:
# UFW (Ubuntu)
ufw allow 1194/udp
# firewalld (CentOS/Fedora)
firewall-cmd --permanent --add-port=1194/udp
firewall-cmd --reload
Mit diesem Setup ist ein vollständig verwalteter OpenVPN-Server in weniger als zehn Minuten betriebsbereit – inklusive sicherer Zertifikatsverwaltung für beliebig viele Clients.


