iSCSI ermöglicht es, Blockspeicher über ein normales TCP/IP-Netzwerk anzubinden – als wäre es eine lokale Festplatte. Die grafische Windows-Oberfläche dafür ist umständlich, wenn man mehrere Targets einbinden oder den Prozess automatisieren möchte. Die Kommandozeile ist hier die bessere Wahl.
iSCSI-Dienst aktivieren und starten
Der iSCSI-Initiator-Dienst (msiscsi) ist unter Windows standardmäßig vorhanden, aber nicht gestartet. Zuerst setzt man den Starttyp auf automatisch und startet den Dienst:
sc config msiscsi start= auto net start msiscsi
Wichtig: Das Leerzeichen nach start= ist kein Tippfehler – es ist Pflicht bei sc config.
Danach prüft man, ob der Dienst läuft:
sc \localhost query msiscsi
Die Ausgabe sollte STATE: 4 RUNNING zeigen. Wenn nicht, prüft man das Windows-Eventlog auf Fehler.
Target Portal hinzufügen
Das Target Portal ist die IP-Adresse (und optional der Port) des iSCSI-Targets – also des Storage-Systems, das die LUN bereitstellt. Den Portal-Eintrag fügt man mit iscsicli.exe hinzu:
iscsicli.exe QAddTargetPortal 192.168.1.100
Wenn der iSCSI-Target nicht auf dem Standardport 3260 läuft, gibt man Port und optionale Parameter explizit an:
iscsicli.exe AddTargetPortal 192.168.1.100 3260 * * * * * * * * * * * * *
Verfügbare Targets auflisten
Nach dem Hinzufügen des Portals kann man die verfügbaren iSCSI-Targets abfragen:
iscsicli.exe ListTargets
Die Ausgabe zeigt die IQN-Namen (iSCSI Qualified Names) der verfügbaren Targets, z. B. iqn.2001-05.com.equallogic:0-8a0906-d3a5b4602-e8700000000000de-server-lun01.
Target anmelden (Login)
Mit dem IQN des Targets kann man sich anmelden:
iscsicli.exe QLoginTarget iqn.2001-05.com.equallogic:0-8a0906-d3a5b4602-e8700000000000de-server-lun01
Das Q vor den Befehlen steht für „Quick“ – es verwendet die Standardparameter. Für CHAP-Authentifizierung oder persistente Verbindungen braucht man die Vollform:
iscsicli.exe PersistentLoginTarget <iqn> T * * * * * * * * * * * * * * * 0
Das T steht für „persistente Verbindung“ – die LUN wird nach einem Neustart automatisch wieder eingebunden.
Verbindungen und Sessions anzeigen
:: Aktive Sessions anzeigen iscsicli.exe SessionList :: Verbundene Targets anzeigen iscsicli.exe ListInitiatorTargets :: Persistente Targets anzeigen iscsicli.exe ReportPersistentLoginTargets
LUN in Windows verfügbar machen
Nach dem erfolgreichen Login erscheint die iSCSI-LUN als neue Festplatte in der Windows-Datenträgerverwaltung (diskmgmt.msc). Bei einer neuen LUN muss man sie initialisieren, eine Partition anlegen und formatieren – genauso wie eine physische Festplatte. Per Skript geht das mit diskpart:
diskpart list disk select disk 1 online disk attributes disk clear readonly convert gpt create partition primary format fs=ntfs label="iSCSI-LUN" quick assign letter=E exit
Fazit
Die Kommandozeilenvariante mit iscsicli.exe ist deutlich flexibler als die grafische Oberfläche des iSCSI-Initiators. Vor allem für automatisierte Deployments, Serverinstallationen ohne GUI oder die Verwaltung vieler Targets ist der CLI-Ansatz unverzichtbar. Die wichtigsten Befehle sind schnell auswendig gelernt und lassen sich problemlos in Skripte integrieren.
