Box.com als Dropbox-Ersatz für Unternehmen – Teil 1
Dropbox ist praktisch, aber für Unternehmen oft nicht die beste Wahl: Datenschutz, Compliance und Speicherkosten sprechen häufig gegen den populären Cloud-Dienst. Box.com ist eine ernsthafte Alternative, die sich gerade im Business-Umfeld durch bessere Sicherheitsfeatures und günstigere Unternehmenspreise auszeichnet.
Was ist Box.com?
Box ist ein Cloud-Speicherdienst, der sich von Anfang an auf den Business-Markt konzentriert hat. Während Dropbox ursprünglich für Privatanwender entwickelt wurde und Business-Features nachträglich hinzukam, war Box von Beginn an auf Zusammenarbeit, Sicherheit und Compliance ausgerichtet. Das merkt man an den verfügbaren Features und der Preisstruktur.
Protokollunterstützung: FTP, WebDAV und mehr
Ein großer Vorteil von Box.com gegenüber Dropbox ist die breite Protokollunterstützung. Box unterstützt:
WebDAV: Ermöglicht die Einbindung von Box als Netzlaufwerk unter Windows, macOS und Linux. Kein eigener Client notwendig – das Betriebssystem kann direkt auf die Dateien zugreifen.
WebDAV-URL: https://dav.box.com/dav
FTP/SFTP: Für automatisierte Dateiübertragungen und Legacy-Systeme, die nur FTP können, bietet Box entsprechende Schnittstellen. Das ist für Integrationsszenarien in Unternehmen oft entscheidend.
REST API: Box verfügt über eine vollständige REST-API, über die eigene Anwendungen Dateien hochladen, herunterladen, freigeben und verwalten können. Die API ist gut dokumentiert und ermöglicht tiefe Integrationen.
Speicherkapazität und Preise
Box bietet einen kostenlosen Tarif mit 10 GB Speicherplatz – großzügiger als viele Mitbewerber. Für Unternehmen sind vor allem die Business-Pakete interessant:
Der Business-Tarif bietet unbegrenzten Speicherplatz pro Nutzer, erweiterte Admin-Funktionen, mobile Geräteverwaltung und detailliertes Audit-Logging. Im Vergleich zu Dropbox Business sind die Preise oft günstiger, vor allem wenn man viele Nutzer hat.
Sicherheit und Compliance
Für Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen ist Box besonders attraktiv. Box ist zertifiziert nach:
– ISO 27001 (Informationssicherheits-Management)
– SOC 1, SOC 2, SOC 3 (Sicherheits- und Verfügbarkeitskontrollen)
– HIPAA (US-amerikanische Gesundheitsdaten-Compliance)
– FedRAMP (US-Bundesbehörden)
– DSGVO-konform für europäische Unternehmen
Alle Daten werden sowohl bei der Übertragung (TLS) als auch im Ruhezustand (AES-256) verschlüsselt. Unternehmenskunden können zudem eigene Verschlüsselungsschlüssel verwalten (BYOK – Bring Your Own Key).
Integration mit Office 365
Box lässt sich nahtlos in Microsoft Office 365 integrieren. Dokumente können direkt aus Box in Word, Excel oder PowerPoint geöffnet und bearbeitet werden, ohne sie vorher herunterzuladen. Die Integration funktioniert über das Box-Plugin für Office-Anwendungen oder direkt im Browser über Office Online.
Für Unternehmen, die bereits auf Microsoft 365 setzen, ist das ein erheblicher Vorteil: Die gewohnten Office-Workflows bleiben erhalten, während die Dateispeicherung in Box stattfindet.
Wann ist Box die richtige Wahl?
Box eignet sich besonders gut für Unternehmen, die Compliance-Anforderungen (DSGVO, HIPAA, SOC) erfüllen müssen, die mit externen Partnern und Kunden Dateien teilen und dabei Zugriffsrechte granular steuern wollen, die Legacy-Systeme haben, die WebDAV oder FTP benötigen, oder die eigene Anwendungen über eine API integrieren möchten.
Für reine Privatanwender, die einfach Fotos und Dokumente synchronisieren möchten, ist Dropbox oder iCloud oft komfortabler. Box spielt seine Stärken im professionellen Umfeld aus.
Fazit und Ausblick
Box.com ist eine ausgereifte, sicherheitsorientierte Alternative zu Dropbox, die sich für Unternehmen jeder Größe eignet. Die breite Protokollunterstützung, die Compliance-Zertifizierungen und die Office-365-Integration machen Box zur ersten Wahl, wenn Datenschutz und Integrierbarkeit wichtiger sind als schlichter Komfort. In Teil 2 schauen wir uns die praktische Einrichtung und den Vergleich der Desktop-Clients im Detail an.
